Julia – 11 von 10

In der Erinnerung erlebt sich ein Moment intensiver. Im Eifer des Gefechts schaffe ich es nur selten meine Wahrnehmung anzuschalten. Die Erinnerung muss nicht zwingend ein Foto sein, das Stillleben in meinem Kopf reicht meist aus. Dann kann ich mich in der Situation suhlen und sie von allen Seiten betrachten. Ganz in Ruhe.

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In der Erinnerung erlebt sich ein Moment intensiver. Im Eifer des Gefechts schaffe ich es nur selten meine Wahrnehmung anzuschalten. Die Erinnerung muss nicht zwingend ein Foto sein, das Stillleben in meinem Kopf reicht meist aus. Dann kann ich mich in der Situation suhlen und sie von allen Seiten betrachten. Ganz in Ruhe. Natürlich bekommt jeder Moment dadurch mehr Gewicht, wirkt fast schon poetisch. Meist einhergehend mit einem gewissen Grad an Verklärung. Aber ist das problematisch? Hätte ich meine Wahrnehmung richtig unter Kontrolle, würde sich der Moment im Moment dann vielleicht genauso schön, genauso bedeutsam anfühlen?

Die 7 Fotos sind in einer Situation entstanden, die meiner Erinnerung nach auch im Moment schon recht bedeutsam war. Wir waren mit 7 Freunden in einem Haus in Brandenburg übers Wochenende. Später tauften wir das Wochenende „11 von 10“. Auf der Skala von 1 bis 10 war es eindeutig eine 11.

Wir sind 4 Jungs und 3 Mädchen. In Wahrheit Männer und Frauen. Zusammen aber eher Jungs und Mädchen. Die Dynamik ist immer on point. Jeder für sich und alle zusammen. Es passt einfach. Ein echter Glücksfall.

Zwischendrin haben wir 3 Mädchen uns zurückgezogen. Ins Badezimmer. Lisa wollte eine heiße Wanne nehmen. Ich musste aus zwei Gründen mit: erstens wollte ich natürlich ein Foto von ihr machen. Dazu kam, dass ich kurz den Rückzug brauchte. Mi kam automatisch mit. Warum, habe ich sie nicht gefragt.

Was ich weiß ist, dass es dann doch anders wurde. Anders als in der Gruppe draußen. Als wir drei Frauen zusammen im Bad waren. Das war dann für kurze Zeit unser Space. Intim und intensiv, ruhig – ein kleines Geheimnis im 11/10 Wochenende. Dokumentiert aus meiner Perspektive.

Danach sind wir zurück zu den Jungs und 11/10 ging in aller Perfektion weiter.


Julia

Guten Tag! Mein Name ist Julia. Ich stehe manchmal vor und manchmal hinter der Kamera und bin mir nie richtig sicher, womit ich mich wohler fühle. Es ist wohl tagesabhängig. Ich wohne in Berlin und fotografiere hier hauptsächlich meine Freunde. Am schönsten ist es für mich, wenn ich sie in einem ganz unbedeutenden Moment erwische und sie ganz natürlich aussehen. Wenn ich auf Reisen bin fotografiere ich am liebsten fremde Menschen. Berlin scheint mich dazu nicht zu inspirieren. Ich habe es schon oft versucht und bin gescheitert. Inspirieren lasse ich mich von dokumentarischer Fotografie. Das ist für mich ein großer Anspruch.

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