Absurd Battle: Yashica T5 vs Contax TVS

Letztes Jahr im Oktober, fast die genau gleiche Zeit wie jetzt, kam ich auf die Idee, zwei sehr unterschiedliche Kameras zu vergleichen. Eine ist ’ne super gehypte Kamera mit Fixbrennweite und die andere eine mit Zoom, die aber auch gute Optiken besitzt.

Mir war natürlich klar, dass so ein Vergleich die meiste Zeit ziemlicher Bullshit ist, weil, naja, Primeoptik gegen Zoom, auf Farbnegativen aufgenommen wurde und die Szenen schwer 1:1  durchzuziehen waren. Dennoch wollte ich so einen Vergleich einfach mal aus Spaß durchführen.

Teammitglied Philipp hat bereits eine Liebeserklärung an die TVs verfasst. Einen ausführlichen Test zur T5 gibt es leider nicht, da ich die T5 nicht mehr besitze. Dennoch kann man auf dieser Seite nachlesen, was die T5 alles kann und was nicht. Die T4 und T5 sind übrigens dank Terry Richardson ziemlich beliebt.

Damit das Ganze ein ganz kleines bisschen brauchbar ist, habe ich mir ein paar Vorraussetzungen überlegt. Warum ich mir das so überlegt hatte um anschließend zu beschreiben, dass das ganze dennoch ziemlicher Blödsinn ist, auch wenn es trotzdem lustig war:

Meine Vorraussetzungen dafür:

  1. Beide Kameras müssen mit dem gleichen Film belegt sein
    1. In diesem Fall Kodak Gold 200 aus der gleichen Packung
  2. Beide Kameras müssen möglichst nah aneinander liegen
    1. Hier benutzte ich eine Schiene
  3. Es müssen beide Kameras möglichst gleichzeitig auslösen
    1. Habe bei beiden versucht den Selbstauslöser zu betätigen, gleichzeitg funktionierte nur so semi gut. Mir war es lieber, die Abstände zwischen den Auslösungen größer zu haben um Bewegungsunschärfe zu minimieren.
  4. Es müssen beide Filme im gleichen Tank entwickelt werden
    1. Beide Rollen sind in der selben Chemie, im selben Tank, gemeinsam und ohne andere Filme entwickelt worden
  5. Es müssen beide Filme mit den gleichen Einstellungen digiatlisiert werden
    1. Für beide Filme alle Korrekturen meines Frontiers daktiviert und nichts manuell angepasst. Alles auf standard belassen.

Nachfolgend habe ich die Bilder mit einem Slider versehen, links ist die Yashica T5 und rechts die Contax TVs. Mit Hilfe von Photoshop habe ich die Pixel so gut es ging ausgerichet, aber perfekt ist nicht möglich.

Obwohl die Lichtverhältnisse für beide Kameras die gleichen waren, kann man hier unten deutlich erkennen, dass die TVs die Szene als zu dunkel interpretiert und somit länger belichtet hat. Beim Bild mit der Straßenlaterne ein Beispiel, warum die Wahl eine Farbnegativs für so einen Vergleich unpraktisch ist. Das gleiche Licht und trotzdem sieht das Bild bei der TVs anders aus.

Spannenderweise hat hier der TVs etwas unterbelichtet. Zeigt wieder mal deutlich, dass man um eine Spiegelreflexkamera nicht rumkommt, wenn man voraussehbare Ergebnisse haben will, weil man einfach alle Aspekte der Kamera kontrollieren kann. Bei ’ner P&S, auch wenn die Modernen ’nen exzellenten Job machen, ist man trotzdem dem Zufall ausgesetzt.

Warum im Nachhinein der Vergleich kaum brauchbar ist:

  1. Beide Kameras müssen mit dem gleichen Film belegt sein
    1. In diesem Fall Kodak Gold 200 aus der gleichen Packung
      1. Hier hätte ich DIA Film einsetzen sollen. Da Negative immer Interpretationsspielraum bieten, werden die Filme unterschiedlich belichtet, was dazu führt, dass der Scanner die Filme unterschiedlich interpretiert, selbst wenn alles auf standard belassen wird. Bei ’nem DIA Film ist der Look schon fertig vorgebacken.
  2. Beide Kameras müssen möglichst nah aneinander liegen
    1. Hier benutzte ich eine Schiene
      1. Trotz Schiene war es schwer alles anzupassen, bei der Contax war es nicht einfach den Zoom auf 35mm einzustellen und ausserdem konnte ich bei bei der Yashica nicht die Blende anpassen. So konnte es passieren, dass zwar die Contax bei f3.5 belichtet, die Yashica aber bei f5,6 bspw. So wurde der Wettbewerb verzerrt, denn in der Regel sind die Optiken am Schärfsten, wenn die Blende bis zu einer besteimmten Zahl möglichst klein ist.
  3. Es müssen beide Kameras möglichst gleichzeitig auslösen
    1. Habe bei beiden versucht den Selbstauslöser zu betätigen, gleichzeitg funktionierte nur so semi gut. Mir war es lieber, die Abstände zwischen den Auslösungen größer zu haben um Bewegungsunschärfe zu minimieren.

      1. Das hat leider nicht immer gut geklappt. Bei dem einen oder anderen Bild erkennt man gut, dass Vibrationen, weil z.B. LKWs vorbeigefahren sind, die Bilder unscharf gemacht haben.
  4. Es müssen beide Filme im gleichen Tank entwickelt werden
    1. Beide Rollen sind in der selben Chemie, im selben Tank, gemeinsam und ohne andere Filme entwickelt worden
      1. Da gab es nicht zu bemängeln, die Chemie war frisch und die Temperatur auf C41 Standard 38°C
  5. Es müssen beide Filme mit den gleichen Einstellungen digiatlisiert werden
    1. Für beide Filme alle Korrekturen meines Frontiers daktiviert und nichts manuell angepasst. Alles auf Standard belassen.

      1. Wie schon bei Punkt 1 beschrieben, wurden Negative eingesetzt, das war eine schlechte Wahl, da Negative tendenziell unterschiedliche Ergebnisse liefern, wenn die Szenen sich auch nur minimal voneinander abweichen.

Fazit:

Es war lustig zu beobachten, wie unterschiedlich die Kameras ticken und wie unterschiedlich manche Szenen interpretiert wurden. Die T5 ist etwas kontrastreicher, wärmer und die TVs hat einen angenehmen, subtilen Glow rund um den Highlights. Die TVs kompensiert tendeziell dunkle Szenen. Persönlich hat mir die TVs besser gefallen, weil diese Kamera einfach viel mehr in puncto Funktionen zu bieten hat als die T5 und auch wenn der Vergleich nicht ernst zu nehmen ist, so kann ich behaupten, dass die Zoom Optik der TVs sehr wohl mit der Primeoptik der T5 mithalten kann. Mir ist die Qualität mehr als gut genug.