Immer wieder kommen Fragen auf, welchen Kleinbildscanner man doch kaufen sollte und deswegen habe ich vier ältere Modelle für 35mm Filme miteinander verglichen. Die Bilder stammen aus 2 verschiedenen Filmen (Fujifilm C200 und Portra 400) die mit meiner Contax TVS geschossen wurden, mit den gleichen Einstellungen in Vuescan als tiff gescannt und mit dem Lightroomplugin Negative Lab Pro umgewandelt ohne softwareseitiger Nachschärfung.

Meine Lieblingseinstellung ist Basic, Linear + Gamma, Warming.

Alle Scanner verfügen über automatische Staub- und Kratzerentfernung. Ich habe nicht akribisch auf den Staub geachtet, ebenso wurde explizit ein Bild mit Wasserflecken (Bilder mit der Windmühle) genommen. Es soll hier eigentlich nicht soviel technisches geschrieben werden; hier die gröbsten Unterschiede:

Folgende Scanner kamen zum Einsatz:

A: (Nicht abgebildet) Plustek 7200i ist ein Scanner aus dem Jahr 2005 und funktioniert leider nur noch bis Windows 7, Mac wurde nie unterstützt. Er hat eine reale Auflösung von 2900dpi. Diesen Scanner besitze ich nicht mehr.

B: (Scanner links im Bild) Reflecta ProScan 4000 erschien 2003 auf den Markt und hat 2 große Besonderheit: er zieht ungeschnittene Rollen komplett durch und der Fokus kann entweder automatisch oder manuell gesetzt werden. Auch dieser Scanner wird nicht mehr auf Windows 10 und aktuellem Mac OS unterstützt. Die reale Auflösung beträgt hier 3250dpi.

C: (Scanner mittig im Bild) Reflecta Crystalscan 7200 wurde 2005 vorgestellt und ist sogar heute noch erhältlich. Dementsprechend läuft er unter Catalina und Windows 10. Auch er kann ungeschnittene Rollen verarbeiten, jedoch ohne automatischen Einzug. Mit 3300dpi hat er die höchste Auflösung. Weiterer Vorteil ist, dass für die Staubkorrektur kein 2. Scan durchgeführt wird und man sich so massiv Zeit spart.

D: (Scanner rechts im Bild) Canon CanoScan 8800f ist der einzige Flachbett hier im Vergleich. Unter Win 10 und Catalina läuft er. Die DPI ist hier bei 1600dpi.

Der Vergeich:

Bild 1: Hier fällt meiner Meinung nach auf, dass Scanner A in der Mitte am schärfsten zu sein scheint, während C am Rand (siehe das kleine schwarze Schild mit der Aufschrift „self service“) wohl schärfer ist. Etwas enttäuscht bin ich von B, der trotz Autofokus schlechter abschneidet. Deutliches Schlusslicht ist hierbei D.

Bild 2 und 3: Auch hier ist A ein wenig vor C, und beide nochmal schärfer als B. D ist ehrlich gesagt nur ein matschig.

Bild 4: Kleine Überraschung, C ist hier am schärfsten in der Mitte, B trotzdem noch vor A (Siehe 2. Fenster von oben, links). Bei Ausschnitt 2 ist A wieder schärfer. D hat hier aber den Wasserfleck am besten entfernt.

Bild 5: Schaut mal beim Crop das Muster vom Fleece an und die Baumrinde an. C gewinnt hier. Wie bei Bild 3 ist der Wasserfleck hier am wenigsten sichtbar.

Fazit:

Ich denke, dass alle 3 dedizierten Kleinbildscanner relativ gut abschneiden. Der Plustek 7200i geht hier eigentlich als Gewinner heraus. Die Farben gefallen mir hier direkt aus der Software raus am besten, da es hier ein spezielles Scannerprofil für NLP gibt. Meiner Meinung nach schärft der Scanner einfach immer nach, außerdem ist dort die Planlage vom Film am Besten, da der mitgelieferte Filmhalter sehr stramm sitzt.
Vom Reflecta ProScan 4000 bin ich relativ enttäuscht, da er trotz Autofokus am unschärfsten zu sein scheint. Auch unter Windows 7 läuft er nicht immer auf Anhieb und braucht manchmal mehrere Neustarts bis problemlos gescannt werden kann.
Der Reflecta Crystalscan ist  am solidesten, denn er läuft unter aktuellen Betriebssystemen und ich kann mit meinem Worklflow damit am schnellsten scannen.
Ein Flachbettscanner eignet sich sehr schlecht zum digitalisieren von Kleinbildnegativen, ich kann günstigere Flachbettscanner wie den CanoScan 8800f und auch den beliebten Nachfolger 9000f und die beiden Epson Modelle V500 & V600 nicht empfehlen.

Im zweiten Teil werden mit den gleichen Negativen dann Laborscanner verglichen. Haltet also eure Augen offen.