Einmal jährlich werden in der Münchner Akademie der bildenden Künste die Diplomarbeiten des jeweiligen Absolventenjahrgangs ausgestellt. Die Ausstellung, die dieses Jahr am Mittwoch den 5. Februar 2020 mit einer Eröffnungsveranstaltung abends begann und bis Dienstag den 11. andauerte ist für Nicht-Studenten der Akademie inzwischen die einzige Möglichkeit das Gebäude zu besuchen.
Vor ein paar Jahren habe ich häufiger die Akademie, die meiner Meinung nach einfach auch ein schönes Gebäude ist und eine angenehme Atmosphäre vermittelt, häufiger besucht, um auf den Couches in den Gängen oder im Garten bei einer Spezi oder Bier zu quatschen und Zigaretten in den letzten Sonnenstrahlen zu rauchen. Seit einigen Vorfällen im Gebäude (Stichworte brennende Tür und Vandalismus) hatte sich die Lage erhärtet. Inzwischen fragt Sicherheitspersonal bei Betreten der Akademie tendenziell strikt nach, ob man denn auch wirklich zur Studentenschaft des Künstlertums gehört.

Wegen dieser Erinnerungen, die hochkommen, als auch aufgrund des weit gefächerten Spektrums an Arbeitsmethoden und kreativen Ansätzen besuche ich die Ausstellung sehr gerne.
Dieses Jahr war ich zum ersten Mal bei der Eröffnung am Mittwoch. Begleitet hat mich statt meiner Mamiya 645, meine Mamiya RB67 die ich erst Ende Dezember erstanden habe und zuvor noch nicht groß ausprobieren konnte, weshalb es mir unter den Fingern brannte dies zu tun. Am ersten Abend war es ziemlich belebt dort und das Publikum war sehr gemischt. Spaß gemacht hat sowohl die verschiedensten Gestalten, die durch die Ateliers und Gänge schlenderten zu betrachten, als auch die ausgestellten Objekte auf sich wirken zu lassen. Die Stimmung war angenehm, die Luft erfüllt durch den Geruch von Alkohol, Tabak und weiteren Kräutern. Trotz alledem hat mich die Fülle an verschiedenen Ausstellungsobjekten kombiniert mit der schieren Menge an Leuten, Gesprächen und Gelächter etwas überfordert, weshalb ich beschloss am darauffolgenden Tag, nachdem ich mir einen ersten Überblick geschaffen hatte, nochmals hinzufahren.
Ziel für den Donnerstag war somit, sowohl mir die Sachen, die mir besonders gut gefallen hatten, genauer anzuschauen, als auch nochmal mit der mir besser vertrauten Mamiya 645 Pro ein paar Aufnahmen zu machen.

Besonders gefallen haben mir dieses Jahr die Holzschnitzereien mit dem Titel ‘Andreonauten’ von Katharina Andress die mit Kreide beschichtet und poliert waren und dadurch eine geradezu sureal-künstliche Anmutung erhielten.

Sowohl die Aufnahmen vom ersten Tag, die mit der Mamiya RB67 auf um 2 Blenden gepushtem Ilford HP5 entstanden sind, als auch die Bilder vom nächsten Tag die auf Lomography Color Negative 400 beziehungsweise 800 mit der bereits genannten Mamiya 645 Pro entstanden möchte ich hier gerne mit euch teilen. Ziel für mich war sowohl bisschen die Aussstellung, als auch das Gebäude darzustellen. Vorallem die Mamiya RB67 erwies sich in der doch sehr belebten Umgebung und den nicht optimalen Lichtbedingungen als Herausforderung. Als typischen Anfängerfehler haben sich auch ein paar Doppelbelichtungen eingeschlichen, trotz alledem bin ich soweit glücklich mit den Aufnahmen und hoffe euch gefallen sie auch.

Die Diplomausstellung findet jährlich in den Räumlichkeiten der Akademie der bildenden Künste in der Akademiestraße 2-4 in 80799 München statt und ist kostenfrei öffentlich zugänglich.

Weitere Informationen zu Veranstaltungen und Co finden sich unter https://www.adbk.de/de/aktuell.html