Mittlerweile findet ihr auf unserem Blog viele technische Beiträge aber um auch etwas für eure Augen zu tun, haben wir uns ein neues Format überlegt.
Das Künstler*innen-Interview, in diesem Format möchten wir euch Künstler*in aus unserem Kollektiv vorstellen, aber auch Personen ausserhalb unserer Facebook-Bubble.

Für unser erstes Künstler*innen-Interview durften wir Tarek Mawad befragen, ein junger Künstler aus Berlin der Licht auf einem ganz anderen Weg betrachtet als wir und der mit seinem Stil einige inspirieren konnte.

Das Interview

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Ich habe Media Art and Design an der Kunsthochschule in Saarbrücken studiert und mich auf 2D/3D Animation spezialisiert.
Um eine 3D Szene aufzubauen und realistisch zu rendern muss man den Umgang und das Verhalten von Licht verstehen und beobachten. Fotografie hat mir dabei geholfen Licht zu verstehen und in einer virtuellen Szene nachzubauen.

Deine Fotografie in drei Worten?

artsy, mysteriös, ehrlich

Warum analog? Und hast du einen Lieblingsfilm?

Analog ist ein ehrliches Handwerk. Ich liebe den Look und man fotografiert viel intensiver und vor allem bewusster. Jedes Bild kostet Geld und ist wertvoll. Du überlegst dir also zweimal, wenn nicht dreimal, ob du den Auslöser abdrückst oder nicht. Man macht theoretisch die Selektion schon vorher und überlegst sich „Brauche ich das Bild wirklich? Oder landet es in irgendeinem Ordner?“ Und diese Entscheidung trifft man in Millisekunden. Man geht dabei stark nach Gefühl. Beim Digitalen hat man eine Speicherkarte, auf die man sich verlässt und macht tonnenweise Bilder, die man nicht verwendet.
Außerdem liebe ich das physische dabei. Man kann die Negative anfassen. Beim digitalen kann man das erst, wenn man es printed, ansonsten landet alles auf einer Festplatte. Und in unserem Digitalen Zeitalter sehnt man sich nun mal immer mehr nach Handwerklichem.

Was würdest du deinem Früheren Ich sagen?

Mach weiter so und bleib am Ball. Lass dir nicht einreden, dass du was nicht kannst vor allem von dir selbst nicht. Deine Zeit wird kommen.

Könntest du eine ganze Woche lang nur Pizza essen?

Wenn ich danach drei Stunden Sport mache, SAFE!

Eine Frage die dich derzeit beweget?

Was kann ich mehr machen? Wie kann ich das Ganze noch mehr pushen als über Instagram zu posten. Warum schenkt mir Kodak keine Filme?

Wichtigste Frage: Welche Spezi trinkst du? (Paulaner, Mischmasch, Selbermischen etc.)

Ich bin der Cola Trinker, aber wenn dann Paulaner.

Wie wahrscheinlich nicht jeder weiß, machst du noch viel mehr als nur Fotos. Du hast mit deinem Studienkollegen Friedrich van Schoor 3Hund gegründet. Wird man demnächst mehr von euch sehnen oder wirst du dich in naher Zukunft komplett auf die Fotografie fokussieren?

Ja das stimmt. Wir haben 3D/2D Filme und hauptsächlich Projection Mapping Projekte umgesetzt. Wir arbeiten immer noch zusammen, wenn sich die Möglichkeit ergibt aber im Moment will ich mich stark auf Fotografie konzentrieren. Es wird daher also von uns nichts neues zu sehen geben, aber vermutlich von Friedrich der jetzt 3Hund alleine weiterführt.

Wenn man sich ein wenig mit deinen Arbeiten auseinander gesetzt hat, sieht man auch Ansätze von dokumentarischer Fotografie aus Indien und Havanna. Wird es da bald mehr in die Richtung geben?

Leider nein. Ich vermisse das auch etwas. Ich liebe dokumentarisches, aber brauche auch immer Abwechslung. Momentan ist mein größter Struggle meine künstlerischen Bilder und die Dokumentarischen zusammenzubringen sodass trotzdem noch meinen Stil sichtbar ist.

Im Jahr 2019 hattest du dein erstes Shooting mit Hanna Fischer, seitdem ist zwischen euch eine Freundschaft entstanden. Würdest du sie als deine Muse bezeichnen?

Könnte man so bezeichnen. Ich liebe es mit Hanna zu arbeiten, weil sie inspirierend, kreativ und crazy ist und wir als Team auch immer weiter wachsen. Sie ist einfach ein wundervoller Mensch und gehört mittlerweile zu meinen engsten Freunden und es ist schön zu wissen, dass der Auslöser unser erstes Shooting war.

Deine Bilder haben einen klaren Look und trotzdem verändern sie sich stetig. Woher ziehst du eine Inspiration für deine Bilder?

Oftmals durch mein eigenes Empfinden. Wie ich mich fühle versuche ich zu nutzen und produktiv umzusetzen. Manchmal ist es aber auch Musik, Musikvideos oder Träume bei denen Bilder im Kopf erzeugt werden die ich mir nicht erklären kann, ich aber weiß, dass ich sie umsetzen muss.

Hast du das Gefühl, dass deine Bilder immer vor Kreativität strotzen müssen? Was machst du, wenn du mal in einem Kreatief steckst oder dich selber nicht wirklich motivieren kannst?

Das liebe ich natürlich am meisten, aber das muss nicht sein. Sonst würde ich mich selbst blockieren und ich hasse es stehen zu bleiben. Ich hab‘ akzeptiert, dass das nicht immer der Fall ist und das auch in Ordnung ist. Manchmal reicht es auch wenn es einfach ein schönes Bild ist, eine interessante Stimmung oder einen Moment festzuhalten, der nur für mich von Bedeutung ist, womit das Publikum vielleicht nichts anfangen kann.

Und zum Abschluss: Wie oft bekommst du die Frage gestellt, wie deine Bilder entstanden sind bzw. womit du die Schrift projiziert hast?

hahaha unterschiedlich, manchmal zehnmal am Tag, manchmal zweimal. Grade vor zehn Minuten kam wieder diese Frage.

Danke für deine Zeit und deine ehrlichen Antworten!

 


Tarek Mawad …

… Künstler und Fotograf der in Berlin, Deutschland lebt.
Neben seinen Kunstprojekten, die 3D Animation, Projection Mapping und Lichtinstallationen einschließt, ist er auch passionierter Fotograf der Leute auf eine dokumentarische Art und Weise erzählt. Mit der Fotografier hat er vor ein paar Jahren angefangen als er fokussiert darauf war, ein besserer 3D Künstler zu werden.
Er ist immer auf der Suche nach interessantem Licht, cinematischen Szenerien und Menschen, die ihn inspirieren.

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