Agfa Optima Sensor Electronic Kamera

Einführung:

Es ist eine Weile her seit dem letzten Test einer Kamera und darum gibts einen neuen Test, der weiterhin recht lose gestaltet sein wird. Heute ist der Agfa Optima Sensor Electronic dran, baugleich mit dem Sensor 535, allerdings aus Kostengründen in Portugal produziert wurde. Auch hier folge ich keinem festen Muster, sondern verfasse den Artikel ein bisschen nach Gefühl. Wie immer sind alle Bilder inkl. den Produktfotos von mir geschossen, entwickelt, digitalisiert und nachbearbeitet. Let’s go …

Eckdaten:

Das Gerät hat eine angenehme Größe, nicht zu klein und nicht zu groß, die Tatsache, dass die Optik herausragt stört nicht und die Tasche macht es auch nicht unnötig bulky. Nichtsdestotrotz hat die cam doch ein paar features, die ziemlich durchdacht sind:

  • Fokussierung erfolgt in drei Zonen, die symbolish an der Optik gedruckt sind.
  • Der Sucher ist super angenehm groß, meiner Erfahrung nach eins der größten Sucher in einer kompakten Kamera überhaupt und auch sehr hell.
  • Der Filmspuler ist auch gleichzeitig Rückspuler
  • Ein aktiver Blitzschuh, der auf Blitzautomatik umschaltet, sobald man einen Blitz anbringt
  • Verschlusszeit zwischen 1/30 und 1/500 Sekunde (wurde korrigiert, vorher waren 1/1000 Sekunde angegeben)
  • eine einzige LED die aufleuchtet, wenn der Lichtmesser zu wenig abbekommt.
  • man kann die ISO manuell zwischen 25 und 500 einstellen
  • 49mm Filtergewinde das auch den Lichtmesser bedeckt, keine manuelle Kompensation notwendig
  • Anschluss für Drahtauslöser

Betrieben wird die Kamera mit drei 625G bzw. V625U Knopfzellen die man online nach wie vor kaufen kann. Zugänglich ist das Batteriefach nur bei geöffnetem Rückdeckel.

Bedienung:

Der Agfa Optima Sensor ist für mich die Verkörperung des KISS (keep it simple and stupid) Prinzips. Fangen wir mit dem Innenleben an: Seitlich befindet sich der Verschluss zum Öffnen des Rückdeckels der Kamera. Was sofort auffällt ist die verschlossene Kammer, in der die bereits belichteten Bereiche des Filmstreifens befinden würde. Das ist ist super genial, so gehen nicht so viele Bilder verloren, sollte man unbeabsichtigt den Deckel mit bereits eingelegten Film öffnen.

Das Batteriefach ist auch zu sehen, worin sich die drei V625U Batterien finden. Weiters öffnet sich auch die Unterseite des Geräts, um das Einlegen der Filmrolle zu erleichtern.

Der Sucher ist sehr groß und ziemlich hell. Blende und Zeit wählt die Cam selbst, es sei denn man steckt einen Blitz an. (wurde korrigiert, dachte fälschlicherweise dass man die Blende auch ausserhalb des Blitzmodus einstellen kann)
Hat man ein Bild geschossen, zählt das Bildzählwerk nicht beim Weiterspulen des Films mit, sondern erst beim Auslösen. Somit sieht man  im Fenster, wieviel schon verschossen wurde und nicht, wie üblich, bei welcher Nummer man aktuell ist.

Die Kamera arbeitet mit einem Zonenfokus-System. An der oberen Seite des Barrels sieht man Piktogramme unterschiedlicher Entfernungen. Auf der Unterseite kann man die eingestellte Entfernung in Metern oder Fuß ablesen. Das ist anfangs recht gewöhnungsbeddürftig, aber wenn man mal den Dreh heraus hat, ist man teilweise schneller als mit einer Autofokuskamera.

Die Blenden von f2.8 bis f22 wählt das Gerät selbst. Setzt man einen Blitz ein, schaltet die Kamera auf Blitzautomatik um auf eine feste Verschlusszeit um, bei der man die Blende einstellen kann, allerdings ist mir nicht bekannt, welche Zeit ausgewählt wird und konnte dazu auch keine weiteren Infos finden.

Die Filmvorspulung erfolgt über einen Hebel, der mit einer Sicherheitsarretierung auch gleichzeitig für die Rückspulung zuständig ist. Auf der Unterseite kann man über ein Rädchen nachkontrollieren, ob der Film auch korrekt transportiert wird.

Auf der Seite befindet sich ein Stativgewinde und etwas weiter darüber findet sich ein Loch für Drahtauslöser.

Beispielbilder:

Aufgenommen auf frischem Kodak Gold 200 und digitalisiert mit einem Fujifilm Frontier SP 3000

Fazit:

Die Kamera macht Spaß, wenn man sich erstmal an den Zonenfokus gewöhnt hat, für mich war das allerdings nebensächlich, da ich, wie man den Beispielbildern entnehmen kann, fast ausschließlich infinity focus einsetzte. Die Bildqualität lässt bei offener Blende mit f2.8 viel zu wünschen übrig, aber bei f8 zeigt die Optik ihre wahre Stärke. Der Lichtmesser funktioniert auch sehr gut und ist zuverlässig, trotz des Alters dieser Kamera. Mir gefällt wie durchdacht das Gerät ist und gleichzeitig aber trotzdem einfach in der Bedienung bleibt. Aus rein subjektiver Sicht ist das Design auch sehr gelungen.

Die meisten Infos habe ich aus https://www.edition-oldenburg.de/agfa_optima.html bezogen.