Es ist Anfang Januar. Ich bekomme einen Anruf von Andy, einem Bekannten, der Fotograf bei adidas ist. ‚Are you free next week? I need some shots‘. Es sollen zwei Edits à acht bis zehn Sekunden vom neuen adidas Terrex Schuh für deren chinesischen E-Commerce produziert werden. Das klingt nach einem easy job, I‘m in. Ich kriege das Briefing zugeschickt und gehe es sorgfältig durch, fange an zu grübeln. Will ich wirklich für so eine riesige, ausbeutende Firma arbeiten? Und dann auch noch für den chinesischen Markt? Egal, der Auftrag ist zu gut bezahlt, um ihn abzulehnen. Und ich sammle ja Erfahrung dabei, richtig?

Der Drehtag kommt näher, ich werde immer nervöser. Was ist, wenn die Aufnahmen nicht passen? Bin ich überhaupt das Geld wert? Immerhin ist das letzte Mal Filmen eine ganze Weile her, geschweige denn mit einer digitalen Kamera. Andy beschwichtigt mich immer wieder, ich solle mich einfach entspannen und alles so machen wie immer, er kenne ja meine Arbeiten.

Am 19. Januar ist es dann soweit. Ich treffe mich mit Mila und Marco, zwei guten Freunden von mir, die ich für den Job im Vornherein als Models gescoutet hatte und fahre mit den beiden inklusive einem Haufen an Equipment los. Die Location stellt sich als Waldlichtung hinter dem Nürnberger Zoo heraus, durch die eine Art Freeride/Downhillstrecke führt. Perfekter Schauplatz für die urbane Outdoorkleidung.

Während Andy schon über den Fotos her ist, baue ich meinen Gear auf. Ok passt, S-Log2 anschmeißen, passt. Belichtung pa…fuck. UV-Filter vergessen. Na toll. Ich wusste ja, dass irgendwas in die Hose gehen würde. Selbst mit der kleinsten Blende ist das Bild gnadenlos überbelichtet, dann filme ich eben eine adidas Commercial im Standard-Bildprofil der Sony. Worst Case Scenario. Ich versuche verzweifelt, mit jeglichem Equipment das ich besitze, das beste rauszuholen. Nach zwei Stunden in der Kälte stehen die im Briefing besprochenen Shots mehr oder weniger, somit habe endlich ich selber das Go selber noch ein paar Bilder zu schießen. Mit der Mamiya 645 (80mm & und 55mm f/2.8) und der Canon EOS 1V (100mm f/2.8 & 17-35mm f/4) bestückt und der Sehnsucht nach wenigstens einem Erfolgserlebnis gelingen mir ein paar Aufnahmen, die sich halbwegs sehen lassen können.

Lass es mir eine Lehre sein, nächstes Mal besser vorbereitet zu sein. Die Clips sind am Schluss tatsächlich ganz annehmbar geworden, dank den Drone Shots und der Editing-Magic von Andy. Wo genau die zu Sehen sind, kann ich allerdings auch nicht genau sagen, haha. Enjoy the flicks!

The Man, The Myth, The Legend, Andy Alvarez.

Mila & Marco

Welcome to the Future: Dronenflug für die perfekten Angles

PEACE OUT!